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'''Maut''' ist ein aus dem Althochdeutschen ''m?ta'' (vgl. gotisch ''m?ta'') abgeleiteter Begriff für eine Zollabgabe im Sinne eines Wegzolls. Früher wurden auch die Bezeichnungen ''Wegegeld'' oder ''Chausseegeld'' bzw. ''Brückengeld'' verwendet.<ref name="1905_MEYERS"></ref> Ein alternativer Begriff für ''Maut'' ist ''Straßenbenutzungsgebühr'' (im Gegensatz z.?B. zu ''Parkgebühr'').
Der Begriff beschreibt eine territorial gebundene Gebühr für die Nutzung von Verkehrsbauwerken (z.?B. Straßen, Brücken, Autobahnen und Tunneln). Es lassen sich urbane (städtische) (siehe Innenstadtmaut) und interurbane (zwischenstädtische) Straßenbenutzungsgebühren (Autobahngebühren, ggf. auch für Landstraßen) unterscheiden.

Historischer Hintergrund

Dokumente aus dem 11.?Jahrhundert wiesen nach, dass Wegzölle in Europa verbreitet waren. Mittelalterliche Mautregeln wie auch neuzeitliche Mautgesetze wurden eingeführt, weil die Finanzierung von Straßen (Bau und Erhalt) den Nutzern Vorteile verschafft und den Anrainern die Kosten überlässt. Mit der Zahlung der Maut sollen die Nutzer an der Finanzierung, für die Anrainer in Vorlage gingen, beteiligt werden. Andere historische Formen der Finanzierung waren der Frondienst (jeder muss dem Staat eine bestimmte Zahl von Tagen körperlicher Arbeit zur Verfügung stellen) oder auch Steuern für Anrainer (z.?B. im alten Rom).
Mautbrücken und Tore waren beliebt, weil sie leicht zu kontrollieren (und schlechter zu umgehen) waren und selten instand gesetzt werden mussten, anders als die Straßen selbst. Historisch entstandene Behinderungen wurden nach und nach abgebaut, da sie den freien Handel behinderten.

In Großbritannien gab es in frühindustrieller Zeit die ''turnpike roads'', Fernstraßen, die als Privatunternehmen geführt wurden. Das ?turnpike? war eine Barriere, die nach Entrichtung der Maut geöffnet wurde.

Ziele und Prinzipien

mini|hochkant=2|Weltkarte der Pkw-Autobahnmaut53 Farbschlüssel:54
Die Ziele von neuzeitlichen Straßenbenutzungsgebühren können sein:
Allgemein lassen sich zwei Prinzipien der Mautberechnung unterscheiden:
  • Bei der ''zugangsbezogenen Gebühr'' wird das Recht auf Zugang für die Nutzung bestimmter Straßen (Areale, Bauwerke etc.) erworben, ohne dass es auf die tatsächliche Nutzung ankommt. Der Zugang kann zeitlich beschränkt sein, beispielsweise Tag, Woche, Monat, Jahr. Diese Art der Maut wird meist per Vignette erhoben und ist vergleichsweise einfach zu erheben und zu kontrollieren. Sie benachteiligt Wenig-Fahrer oder kurzzeitige Besucher eines Landes, und begünstigt Viel-Fahrer.
  • Bei der ''nutzungsabhängigen Gebühr'' zahlt der Mautpflichtige abhängig von der tatsächlich erfolgten Nutzung, ggf. an einer Mautstelle. Die Maut kann räumlich definiert sein: zurückgelegte Entfernung, durchfahrene Abschnitte, Anzahl (Tunnel-)Durchfahrten oder zeitlich (Gebühr in Abhängigkeit vom Aufenthalt in einer Zone). Darüber hinaus können beispielsweise entfernungsbezogene Gebühren zeitlich variieren (im Berufsverkehr höher etc.)

Die Höhe einer Maut kann von verschiedenen Eigenschaften des Nutzers bzw. seines Fahrzeuges abhängig gemacht werden. Am häufigsten ist sie abhängig von der Größe, Länge bzw. dem Gewicht des Fahrzeugs (z.?B. Mautpflicht für Pkw und Lkw-Maut), aber auch andere Abhängigkeiten (Achszahl, Schadstoffklasse, Nutzungszeit und Wochentag, Art der transportierten Güter) kommen vor.

Es gibt landesweite Mautsysteme und streckenbezogene Mautstraßen (Privatstraßen). (Nationalstrassen 1. und 2. Klasse) erhoben. Die Abgabe wird in Form der Autobahnvignette bezahlt.

Eine Vignette ist jeweils gültig für die Zeit vom 1. Dezember vor dem aufgedruckten Jahr bis zum 31.?Januar des Folgejahres. Sie kostet 40?Schweizer Franken.<ref name=":0"></ref> Eine Erhöhung des Vignettenpreises auf 100?CHF/Jahr wurde am 24. November 2013 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Tages-, Wochen- oder Monatsvignetten gibt es nicht.

Das Benutzen von Autobahnen und Autostrassen des Nationalstrassennetzes ohne Vignette wird mit einer Buße von 200 Franken bestraft.<ref name=":0" /> Lenker eines Fahrzeuges mit einer nicht korrekt angeklebten Vignette ? beispielsweise mit einer selbstklebenden Folie versehenen ? werden ebenfalls mit 200 Franken gebüßt. Die Buße kann bereits an der Grenze erhoben werden.

Der Grosser-St.-Bernhard-Tunnel ist eine der beiden einzelmautpflichtigen Strassenstücke der Schweiz. Er wird von einer Privatfirma betrieben. Die Passstraße zum Hospiz und weiter nach Italien ist mautfrei. Auch die Durchfahrt durch den Munt-la-Schera-Tunnel zwischen Punt la Drossa (an der Straße zum Ofenpass) und Punt dal Gall, die Verbindungsstrasse vom Unterengadin ins benachbarte italienische Livigno, ist mautpflichtig. Die Mautstation befindet sich bei der Staumauer des Lago di Livigno unmittelbar vor der italienischen Grenze. Ebenfalls werden Benutzungskosten bei gewissen kleineren Bergsträßchen erhoben.

Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LKW (LSVA) ist eine elektronisch erhobene, entfernungsabhängige Maut für Lkw ab 3,5?Tonnen, die für alle Straßen in der Schweiz und Liechtenstein erhoben wird. Sie startete am 1. Januar 2001.

Liechtenstein

Liechtenstein unterhält keine Autobahnen. Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LKW wird gemeinsam mit der Schweiz erhoben (siehe oben).

Belgien

Die Föderalregierung Belgiens hat zum 1. April 2016 eine Maut (7 bis 30 Cent pro Kilometer) eingeführt. Sie gilt für Lkw über 3,5 Tonnen. Sie wird in der Regel auf Autobahnen und größeren Straßen fällig, in Brüssel gilt sie auch im Innenstadtbereich.

Estland

Das estnische Parlament hat am 15. Juni 2017 ein Gesetz zur Einführung einer Maut beschlossen. Sie soll für Lkw über 3,5 Tonnen gelten und sich am Schadstoffausstoß und der Achsanzahl orientieren.

Frankreich

In Frankreich wird die sogenannte ''péage'' für alle Fahrzeuge auf vielen Autobahnen erhoben. Im Elsass, in Lothringen und in der Bretagne ist die Autobahnbenutzung überwiegend kostenfrei. Die Autoroute?A75 durch das Zentralmassiv zwischen Clermont-Ferrand und Montpellier ist bis auf den Viaduc de Millau mautfrei, ebenso Autobahnen, die durch Ballungszentren führen oder diese umgehen sollen. Die Erhebung erfolgt an festen Mautstellen durch Personal oder Automaten. Der Preis ist abhängig von der Entfernung und der Art des Fahrzeugs. Durchschnittlich kostet die Maut für einen Pkw etwa neun Cent pro Kilometer (Stand 2015).

In der Regel erhält der Autofahrer am Beginn der Mautstrecke bzw. an der Autobahnauffahrt ein Ticket. Abgerechnet wird dann die tatsächlich gefahrene Strecke am Ende der Mautstrecke bzw. an der Autobahnabfahrt mit Bargeld oder Karte. Über das Verfahren Télépéage ist eine berührungslose Erfassung während der Fahrt mit Schrittgeschwindigkeit (an einigen Mautstellen mit bis zu 30?km/h) auf dafür reservierten Fahrstreifen an den Bezahlstellen möglich. Hierbei erhält der Nutzer ein kleines Bordgerät, das er an der Windschutzscheibe seines Fahrzeuges befestigen muss. Dieses Gerät kommuniziert über Mikrowellen mit seinem Gegenstück an den Mautstationen. In der Vergangenheit galt ein Télépéage-Abonnement nur für die Autobahnen der jeweiligen Betreibergesellschaft; seit 2001 ist die gegenseitige Abrechnung möglich. Dieser zusätzliche Komfort wird unter dem Namen liber-t beworben.

Zur Finanzierung der Autobahnen verabschiedete Frankreich 1955 ein Gesetz, das ein Mautsystem zur privaten Finanzierung des Autobahnbaus im Rahmen von Konzessionsverträgen vorsah. Heute gibt es elf Betreibergesellschaften für das gut 11.000 Kilometer lange Streckennetz. Einzelne Strecken sind allerdings bis heute noch im Staatsbesitz.

1970 gründeten fünf Tiefbaukonzerne, darunter die ''Société générale d'entreprises'' (ab dem Jahr 2000 unter dem Namen Vinci firmiert), GTM und Jean Lefebvre, gemeinsam mit den Banken Société Générale und Paribas die Autobahngesellschaft Cofiroute. Diese Unternehmen trugen die ganze Finanzierungslast und mussten mehr als fünfzehn Jahre warten, bis das Betreibermodell die ersten Gewinne abwarf. Seit 1970 hat Cofiroute über 800?km Autobahnen im Westen Frankreichs errichtet. Darüber hinaus hat sie 1988 den ersten Autobahnsender (107,7?? Musik und Verkehrsfunk) eingerichtet. Die Geschäftstätigkeit der 65-prozentigen Vinci-Tochter erstreckt sich auf Europa, Nord- und Südamerika und in geringem Umfang auf Asien.

Die Straßenmaut in Frankreich wird in fünf unterschiedliche Klassen unterteilt, die sich aus der Beschaffenheit, Höhe und Gewicht des Fahrzeugs oder des Gespanns zusammensetzt:
  • Klasse 1 (leichte Fahrzeuge): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5?Tonnen und einer Gesamthöhe von weniger als 2?m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis zu 3,5?Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer Gesamthöhe bis zu 2?m.
  • Klasse 2 (mittlere Fahrzeuge): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5?Tonnen und einer Gesamthöhe zwischen 2?m und 3?m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis zu 3,5?Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer Gesamthöhe zwischen 2?m und 3?m.
  • Klasse 3 (Lkw und Busse mit zwei Achsen, auf der Autobahn A14 werden alle Busse mit zwei Achsen in Klasse?4 eingestuft): Fahrzeuge mit zwei Achsen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5?Tonnen und einer Gesamthöhe von weniger als 3?m.
  • Klasse 4 (Lkw und Busse mit drei oder mehr Achsen): Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5?Tonnen, mehr als zwei Achsen oder einer Höhe über 3?m sowie alle Gespanne mit einem Zugfahrzeug mit über 3,5?Tonnen zulässigem Gesamtgewicht oder mit einer Gesamthöhe über 3?m.
  • Klasse 5: Motorräder (mit oder ohne Beiwagen) und Trikes

In Frankreich beschloss 2009 Regierung die Einführung einer Lkw-Maut.<ref name="hb">Thomas Hanke: ''Frankreich setzt Lkw-Maut aus.'' handelsblatt.de, 29. Oktober 2013, abgerufen am 29. Oktober 2013</ref> Nach den Präsidentschaftswahlen kündigte die neue Regierung im Oktober 2013 eine landesweite Aussetzung der Pläne an.

Italien

In Italien wird der ''pedaggio'' für die meisten Autobahnen erhoben. Straßen mit Autobahnzeichen auf grünem Grund sind in der Regel mautpflichtig, mit blauem Hintergrund kostenfrei.

Die meisten Strecken werden im ''geschlossenen System'' betrieben. Die Höhe der Maut bestimmt sich nach zurückgelegter Entfernung und benutzter Straße sowie nach der Fahrzeugklasse. Strecken mit hohem Bau- und Erhaltungsaufwand werden höher bemautet. Einige wenige Strecken werden im ''offenen System'' betrieben. Hierbei wird für einen Streckenabschnitt mit mehreren Anschlussstellen oder eine ganze Autobahn, unabhängig von der zurückgelegten Entfernung, nur ein Pauschalbetrag erhoben.

Zur Entrichtung der Maut zieht man im ''geschlossenen System'' an der Einfahrtstation an einem Automaten eine Mautkarte. Diese führt man an der Ausfahrtstation in den dortigen Automaten ein und bezahlt die berechnete Maut. Im ''offenen System'' wird entweder ebenso oder lediglich bei der Ein- oder Ausfahrt oder in der Mitte eines Streckenabschnitts kassiert. In beiden Systemen kann die Maut bar, mit italienischer Kontokarte, mit Kreditkarte oder mit einer Guthabenkarte entrichtet werden, die auch außerhalb Italiens erhältlich ist. Nutzer, die nicht mit einer der genannten Zahlungsweisen bezahlen wollen, können eine On-Board-Unit namens ''Telepass'' im Auto oder am Kraftrad befestigen, die jede Ein- und Ausfahrt auf die Autobahn an die Mautstation meldet.

Kroatien

Für alle Autobahnen in Kroatien muss eine entfernungsabhängige Maut (''Cestarina'') gezahlt werden. Außerdem sind der U?ka-Tunnel und die Krk-Brücke gebührenpflichtig. Hinzu kam 2011 noch die Schnellstraße von Koper (Slowenien) ab Anschlussstelle Umag nach Pula.

Norwegen

In Norwegen gibt es keine generelle Mautpflicht auf öffentlichen Straßen. Es wird aber häufig für die Benutzung von neu erbauten Kunstbauten (Tunnel, Brücken) und neu errichtete oder generalsanierte Straßenabschnitte eine zeitlich befristete Maut erhoben, bis das jeweilige Bauwerk abbezahlt ist (meist etwa 10 bis 15 Jahre). Anschließend werden die Mautstationen abgebaut.

Einige Privatstraßen sind jedoch unbefristet mautpflichtig. Beispiel hierfür sind die gerne von Touristen genutzten Straßen Peer Gynt Vegen und Jotunheimvegen.

Darüber hinaus gibt es City-Mautringe um arbeitet. Eine Bar- oder Kartenzahlung an den Mautstellen ist dann nicht mehr möglich. Ausländische Autofahrer können die Maut entweder an Tankstellen kurz vor oder nach der Mautstation bezahlen, oder es wird die Maut später per Rechnung über eine Inkassofirma ohne Zuschläge erhoben. Einige Gemeinden verzichten bei ausländischen Fahrzeugen auch auf die Mauterhebung.

Seit 2009 gibt es für ausländische Autofahrer die Möglichkeit einer zeitlich befristeten Teilnahme am AutoPass-Verfahren. Hierbei ist keine On-Board-Unit nötig, vielmehr wird bei der Anmeldung das Kennzeichen registriert und beim Durchfahren einer Mautstation auf der AutoPass-Spur automatisch erfasst. Die Abrechnung erfolgt über Kreditkarte.

Für Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen besteht seit 1.?Januar 2015 eine Mautchip-Pflicht. Die Regelung, die für den Verkehr auf dem gesamten öffentlichen Straßennetz in Norwegen gilt, betrifft nur gewerblich genutzte Fahrzeuge. Für den Erhalt muss mit einer Mautgesellschaft ein Vertrag geschlossen werden; der Chip selbst ist kostenlos. Er ist auch an Zollstellen und teilweise auf den Fähren erhältlich und muss an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht sein. Bei jeder Mautstellen-Durchfahrt wird über den Chip der fällige Betrag abgebucht.

Polen

In Polen sind die Hauptstrecken der Autobahnen A1, A2 und A4 per Gesetzesbeschluss sowohl für Personen- als auch für Lastkraftwagen mautpflichtig. Bei den Autobahnen A6, A8 und A18, Schnellstraßen und ausgewählten Abschnitten der Nationalstraßen besteht für Lastkraftwagen Mautpflicht.

Bei Autobahnen muss zwischen vom Konzessionär und von der staatlichen GDDKiA betriebenen Abschnitten differenziert werden. Die von privaten Gesellschaften betriebenen Autobahnabschnitte sind meistens teurer als die von der GDDKiA betriebenen. Außerdem müssen Personen- und Lastkraftwagen die Maut an den sich auf privat betriebenen Abschnitten befindlichen Mautstellen manuell bezahlen. Auf staatlich betriebenen Autobahn-, allen Schnellstraßen- und ausgewählten Landesstraßenabschnitten ist für alle Kraftfahrzeuge ein elektronisches Streckenmautsystem eingerichtet, das ab dem 1.?Juli 2011 die Vignettenmaut für Lkw ersetzt hat und ab 1.?Juni 2012 für Pkw parallel zu der manuellen Entrichtung der Maut an Mautstellen benutzt werden kann. Die Kosten werden elektronisch aus den gefahrenen Kilometern mit Hilfe von Mautbrücken und der im Fahrzeug benötigten viaBOX (Lkw) und viaAUTO (Pkw) errechnet.

Zur Vermeidung von unbeabsichtigter Zahlung können an den Verkaufsstellen kostenlose ?Aluminium-Safes? abgeholt werden, in denen die viaBox aufbewahrt werden soll.

Schweden

Das Straßennetz in Schweden ist im Allgemeinen nicht mautpflichtig, auch zahlreiche Autofähren (schwedisch ''vägfärja'') der Reederei der Straßenverkehrsbehörde Trafikverket sind kostenfrei zu benutzen.

Ausnahmen hiervon sind:
  • Sowohl in Stockholm (Test im Jahr 2006, regulär seit 2007) als auch in Göteborg (seit 2013) gibt es Stadtbereiche, die mit der ''Trängselskatt'' (wörtlich Gedrängesteuer) belegt sind, welche das Verkehrsaufkommen an Werktagen reduzieren soll. Diese wird von den Fahrzeugen beim Passieren von Mautstellen erhoben, d.?h. beim Ein- und Ausfahren aus diesem Bereich. Es bestehen jedoch Ausnahmen. So wird die Steuer nur an Werktagen von etwa 6?18 Uhr erhoben, wobei Tage vor Feiertagen nicht als Werktage gelten. Der übliche Urlaubsmonat Juli ist komplett frei. Weiterhin sind einige Fahrzeugklassen (z.?B. Diplomatenfahrzeuge) ausgenommen. Seit dem 1.?Januar 2015 werden auch im Ausland angemeldete Fahrzeuge erfasst. In Stockholm sind zudem Fahrten durch den Bereich von und nach Lidingö ausgenommen, da diese Kommune nur über das Stockholmer Stadtgebiet zu erreichen ist. Die technische Lösung besteht darin, dass über der Fahrbahn Kameras angebracht sind, die passierende Fahrzeuge aufnehmen. Die Kennzeichen werden automatisch erkannt und die Maut dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt.
  • Die beiden Brücken über den Svinesund sind Grenzübergänge nach Norwegen und mautpflichtig. Die neue Svinesundbrücke wurde wenige Wochen nach ihrer Fertigstellung mit einer Maut belegt, um die für den Bau aufgenommenen Kredite abzutragen. Die Brücke wurde ohne den Einsatz von Steuergeldern gebaut. Die alte Brücke über den Svinesund von 1946 wurde gleichzeitig auch mit Maut belegt.
  • Die Öresundbrücke ist Grenzübergang nach Dänemark. Sie wurde ebenso über Kredite finanziert und ist zu deren Finanzierung mautpflichtig.
  • Zum 1.?Februar 2015 wurde für zwei neu erbaute Brücken bei Sundsvall und Motala nach norwegischem Vorbild eine Infrastrukturabgabe eingeführt. Sie wird wie die Citymaut durch vollautomatische Kennzeichenerkennung erhoben.
  • Autofähren, die nicht in das allgemeine Straßennetz aufgenommen wurden, sind kostenpflichtig.

Slowakei

Seit 1995 besteht in der Slowakei eine Mautpflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen. Motorräder sind mautfrei. Nicht gebührenpflichtige Straßen sind durch das Verkehrszeichen ''BEZ ÚHRADY'' gekennzeichnet. Seit 2016 wird die Maut für Pkw ausschließlich elektronisch erhoben.

Für Lkw wurde das System mit Beginn 2010 durch ein System auf der GPS-Basis ersetzt.

Slowenien

In Slowenien sind alle Autobahnen (slowenisch ''Avtocesta'') sowie der Karawankentunnel durch die Maut ''Cestnina'' kostenpflichtig.

Am 1. Juli 2008 führte Slowenien eine Vignette nach österreichischem Vorbild ein. Es gab die Vignette als Jahres- (55?Euro) und Halbjahresvariante (35?Euro), was zu heftiger Kritik von in- und ausländischen Automobilclubs führte. Hintergrund war, dass Slowenien keine Vignette mit kürzerer Dauer herausgab. Somit verteuerte sich eine Fahrt hin- und zurück um rund 27?Euro im Vergleich zur streckenabhängigen Maut.

Ab 1. Juli 2009 wurde für PKW zusätzlich zu der ebenfalls neuen Wochenvignette (15?Euro) auch eine Ein-Monats-Vignette, die 30?Euro kostet, eingeführt. Im Gegenzug wurde der Preis für die Jahresvignette von 55 auf 95 Euro erhöht und die Halbjahresvignette abgeschafft. Für einspurige Fahrzeuge gab es eine Jahresvignette für 47,50?Euro, eine Halbjahresvignette für 25?Euro und eine Wochenvignette für 7,50?Euro. (Stand: 2013)

Ab 2014 änderten sich die Preise für die Jahresvignette bei Pkw von 95 auf 110 Euro, bei einspurigen Kraftfahrzeugen von 47,50 auf 55,50 Euro, sowie die Halbjahresvignette für einspurige Kfz von 25 auf 30 Euro. Weitere Änderungen wurden bei Fahrzeugklassen und Preisen vorgenommen, siehe Autobahnvignette Slowenien.

Spanien

In Spanien ist ein Teil der Autobahnen kostenpflichtig. Die Maut (span. ''Peaje'') hängt von der Streckenlänge ab und wird an Mautstellen erhoben. Mautpflichtig sind im Wesentlichen die privat gebauten ''Autopistas''. Die von der öffentlichen Hand betriebenen ''Autovías'' sind immer kostenlos. Nicht mautpflichtig sind auch die von den Regionen (Autonome Gemeinschaften Spaniens) unterhaltenen Autobahnen, wie z.?B. die Ringautobahnen in den Ballungszentren. Kostenpflichtig sind hingegen die Radialautobahnen, die rund um Madrid die bestehenden ''Autovías'' entlasten sollen.

Tschechien

In Tschechien besteht auf Schnellstraßen und Autobahnen für alle Kraftfahrzeuge bis 3,5?Tonnen außer Motorrädern und Trikes eine Vignettenpflicht. Die Höhe der Maut richtet sich nach dem Gesamtgewicht von Kraftfahrzeug und einem eventuellen Anhänger. Es gibt Jahres-, Monats-, sowie 10-Tages-Vignetten.

Der Preis für die 10-Tages-Vignette stieg 2012 auf 310 Kronen (rund 11 Euro). Die Monats-Vignette kostet 440 Kronen (16 Euro), die Jahres-Vignette 1.500 Kronen (54 Euro).

Die seit 2007 für Fahrzeuge über 12 Tonnen bestehende entfernungsabhängige Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen wurde 2010 auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ausgeweitet. Sie wird über ein Mikrowellensystem abgerechnet. Im Fahrzeug braucht man dazu eine ''premid-Box'', die es an Tankstellen gibt. Die Maut betrug bis 2011 durchschnittlich 5?Kronen (etwa 18 Eurocent) pro Kilometer. 2012 wurde sie um 25 % erhöht.

Türkei

Sechs türkische Autobahnen () sind mautpflichtig. Auf diesen muss eine entfernungsabhängige Maut gezahlt werden. Tunnel und teuere Bauwerke sind nicht gesondert mit Maut belegt, außer den beiden Bosporus-Brücken in Istanbul. Außer einer allgemeinen Autobahnmaut gibt es keine sonstigen Gebühren auf türkischen Straßen. Schnellstraßen sind mautfrei.

Die Einnahmen durch Mautgebühren betrug im laufenden Jahr 2005 231?Millionen Türkische Lira und sollen am Ende des Jahres nach amtlichen Schätzungen bei 350?Mio. YTL liegen. Die Bosporus-Brücken benutzten über 90?Mio. Fahrzeuge und die mautpflichtigen Straßen über 80?Mio. Fahrzeuge.

Ungarn

In Ungarn wird auf den Autobahnen M1, M3, M5, M6, M7, M30 und M35 Maut für alle Fahrzeuge erhoben. Für Pkw gibt es Vignetten für zehn Tage, einen Monat oder ein Jahr. Die Zulassungsnummern der Pkw werden gespeichert und man erhält lediglich eine Bestätigung. Es wird nichts hinter die Windschutzscheibe geklebt, die Überprüfung der bezahlten Maut wird elektronisch über das registrierte Kennzeichen durchgeführt. Das Kennzeichen wird dabei ohne Trennzeichen und ohne Umlaute gespeichert, so dass beispielsweise zwischen ?G-ULF1? und ?GU-LF1? oder aber zwischen ?FÜ-R123? und ?F-UR123? nicht unterschieden wird. Die Maut kann bei fast jeder Tankstelle bezahlt werden. Die Buchung der Mautgebühr ist mit Kreditkarte auch über das Internet möglich.

Seit dem 1. Juli 2013 wird eine streckenabhängige elektronische Maut in Ungarn auf definierten Streckenabschnitten des Straßennetzes (Autobahnen, Autostraßen und Nationalstraßen) in einer Gesamtlänge von 6513?km erhoben. Die Höhe der streckenabhängigen Maut hängt von dem benutzten Straßentyp, von der Fahrzeugkategorie (J2, J3, J4) und von der Umweltklasse ab.
{| class="wikitable"
! Kategorie
! Erklärung
|-
| J2
| Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen mit zwei Achsen
|-
| J3
| Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen mit drei Achsen
|-
| J4
| Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen mit vier oder mehr Achsen
|}

Um am ungarischen Lkw-Mautsystem teilnehmen zu können, gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: die automatische und die manuelle Streckenbuchung. Bei der manuellen Streckenbuchung muss dabei noch zwischen der Einbuchung an einem Mautstellen-Terminal und der Einbuchung über ein Internet-Portal von HU-GO unterschieden werden.

Automatische Einbuchung über eine freiwillig eingebaute On-Board-Unit. Man spricht dabei von einer GPS/GPRS gestützten Maut. Die Mauthöhe wird per Satellitennavigation ermittelt und zwecks Abrechnung per Mobilfunk an den Zentralrechner des Betreibers des On-Board-Geräts z.?B. GPS-ART Kft. Dieser übermittelt die ausgewerteten Daten an die AAK, damit dieser die Streckenmaut einziehen kann. Dazu lässt das Speditionsunternehmen zunächst seine mautpflichtigen Fahrzeuge bei HU-GO online registrieren. Der Einbau kann vor oder nach der Registrierung durch einen autorisierten On-Board-Vertragspartner erfolgen.

Weitere europäische Staaten

Belgien, Dänemark, Luxemburg, die Niederlande und Schweden erheben eine Lkw-Maut gemäß Eurovignettensystem. In Belgien sind zusätzlich der Liefkenshoektunnel, in Dänemark/Schweden die Öresundbrücke, in den Niederlanden der Westerscheldetunnel und in Dänemark die Storebælt-Brücke gebührenpflichtig.

  • In Albanien wird auf der A1 für die Durchfahrt des Kalimash-Tunnels seit 2018 eine Maut erhoben.
  • In Bosnien und Herzegowina wird auf der A1 die entfernungsabhängige Cestarina/Putarina für alle Fahrzeuge erhoben. Allerdings besteht noch kein geschlossenes Mautsystem, da noch nicht an allen Auf- und Ausfahrten Mauthäuschen errichtet wurden.
  • In ) Gebühren bezahlt werden.
  • In Griechenland werden für die A1, A6, A7, A8, A9 ''Diodia'' erhoben. Für die A2 wurde die erste und bisher einzige Mautstelle am 14. September 2010 eröffnet.
  • In Großbritannien wird für 13?Brücken eine Maut erhoben, beispielsweise auf dem Dartford Crossing. Weiterhin ist nördlich von Birmingham die M6?Toll mit einer Maut belegt.
  • In Nordmazedonien wird auf den meisten Autobahnabschnitten eine entfernungsabhängige ''Patarina'' erhoben.
  • In den Niederlanden sollte ab 2011 eine kilometerabhängige Maut für alle Straßen eingeführt werden. Dies ist zwischenzeitlich wieder auf Eis gelegt. Eine flächendeckende Maut haben die Niederlande bisher nicht eingeführt.
  • In Portugal wird auf einem Großteil der Autobahnen und Großbrücken eine entfernungsabhängige ''portagem'' erhoben. Neben der üblichen Barzahlung ist seit 1991 auch das elektronische Abbuchungssystem Via Verde in Betrieb.
  • In Rumänien benötigen alle Autofahrer für das gesamte rumänische Straßennetz eine ''Rovinieta''. Autofahrer können Vignetten für einen Tag (nur für Lkw), 7?Tage, 30?Tage, 90?Tage und 12?Monate erwerben. Die Preise der Jahresvignette schwanken je nach Fahrzeugtyp.
  • In Russland gibt es keine Maut für die Straßenbenutzung, sondern eine Transportsteuer auf Fahrzeuge, die regional unterschiedlich hoch ist, und deren Höhe in die Kompetenz der regionalen Gesetzgebung fällt. Seit November 2015 wird jedoch eine Schwerverkehrsabgabe auf Transportfahrzeuge ab einer Höhe von 12 Tonnen erhoben, die momentan (Stand 24. April 2017) 1,91 Rubel pro gefahrenen Kilometer beträgt, und ab 2018 schließlich 3,73 Rubel betragen soll, siehe Platon (Schwerverkehrsabgabe).
  • In ) eine entfernungsabhängige Maut (serbisch: ''Putarina'') erhoben. Bis 2008 waren die Gebühren für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen höher als für einheimische Fahrzeuge. Seit 2009 gelten für ausländische und serbische Fahrzeuge dieselben Gebühren.

Urteil EuGH vom 18. Juni 2019 und seine Folgen

Am 18. Juni 2019 AEUV. Der EuGH hat sich mit diesem Urteil nicht generell gegen eine finanzielle Beteiligung von EU-Bürgern zum Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen, die jedoch EU-konform ausgestaltet werden müsse. Die PKW-Maut soll bereits vor dem Urteil des EuGH juristisch umstritten gewesen sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren früherer Standpunkt war, dass es mit ihr eine PKW-Maut nicht geben werde, habe nun ihr Bedauern über fehlende Mehreinnahmen im Bund in Höhe von bis zu 500 Mio. Euro geäußert.

).

Zur Frage, welcher Schaden verursacht wurde, habe das Bundesverkehrsministerium zwar einen umfangreichen Fragenkatalog beantwortet, jedoch zur Höhe der Kosten und möglichen Schadenersatzforderungen der gekündigten Mautbetreiber Kapsch und Eventim keine Angaben gemacht. Beim Abschluss der Verträge habe sich Verkehrsminister Scheuer auf ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten verlassen. Die Vielzahl der widersprüchlichen Gutachten zur Frage der Europarechtskonformität hätten dagegen keine Verträge mit hohen Entschädigungszahlungen rechtfertigt.

Am 17. Juli 2019 hieß es, dass die Unternehmen CTS Eventim und Kapsch eine vollständige Offenlegung der Verträge befürworten. Bisher sei dies unter dem Verweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse abgelehnt worden. Am 24. Juli 2019 wolle sich der Verkehrsausschuss des Bundestages in einer Sondersitzung mit der PKW-Maut und den Folgen für die Steuerzahler beschäftigen.

Das Bundesverkehrsministerium hat die beiden Mautverträge, den ''Vertrag über die Entwicklung, den Aufbau und den Betrieb eines Systems für die Erhebung der Infrastrukturabgabe'' vom 30. Dezember 2018

Die auf den Bund möglicherweise zukommenden Schadenersatzforderungen wurden in einer ersten Schätzung mit 500 Mio. Euro beziffert.

Mautsysteme außerhalb Europas

  • In Argentinien wird auf einigen Fernstraßen eine Maut erhoben.
  • In Australien gibt es einzelne mautpflichtige Straßen, wie zum Beispiel den CityLink in Melbourne. Es handelt sich dabei wie in den USA um privat finanzierte Straßenbauten.
  • In Brasilien sind vor allem in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, São Paulo, Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul viele Bundesstraßen (die in Ballungszentren als Autobahnen ausgebaut sein können) mautpflichtig. Mautpflichtige Straßen sind im Gegensatz zu mautfreien in gutem Zustand. Die Maut wird an Mautstellen bar erhoben. Internationale Kreditkarten funktionieren nur selten.
  • In Chile wird auf allen Autobahnen und Schnellstraßen über eingeschaltete Zahlstationen eine pauschale Maut erhoben. Eine Besonderheit stellt die Metropolregion von Santiago de Chile dar. Im Stadtgebiet sind über der Fahrbahn Maut-Brücken aufgestellt, die nachts blau beleuchtet sind. Jedes Fahrzeug muss einen Transponder haben, über den dann monatlich die Gebühren eingezogen werden. Fehlt dieser Transponder, wird geblitzt und zusätzlich eine Strafe erhoben, sofern das Kennzeichen nicht beim Konzessionär gemeldet ist.
  • In Indien werden auf den meisten Autobahnen (''Expressways'') und mehrspurig ausgebauten Abschnitten des Fernstraßennetzes (''National Highways'') Mautgebühren erhoben. Die Nutzungsgebühren der ''Expressways'' sind im Allgemeinen höher als die der ''National Highways''. Die Abrechnung erfolgt zumeist in bar, an einigen Mautstellen über RFID-Transponder.
  • In Israel ist für die privat errichtete Autobahn Nr.?6 Maut zu bezahlen. Es gibt dabei keine Mautstellen, die Gebühren werden über Transponder (am billigsten), Kennzeichenerfassung mit voriger Registrierung (teurer) oder Kennzeichenerfassung mit Besitzerausforschung (am teuersten) verrechnet. Ausländische Kennzeichen sind in diesem System nicht vorgesehen, da solche in Israel kaum unterwegs sind.
  • In Japan wird auf vielen Autobahnen, Brücken, Tunnels und Panoramastraßen eine relativ hohe Gebühr verlangt.
  • In Kanada ist der 108?km lange Highway 407ETR, der den Ballungsraum Toronto in west-östlicher Richtung durchzieht, Kanadas erste mautpflichtige Autobahn. Auf dem ETR (Express Toll Route) gibt es keine Zahlstellen; die Gebühren werden beim Auf- und Abfahren entweder über Transponder oder automatische Kennzeichenerfassung ermittelt. Die Höhe der Mautgebühr ist unter anderem von der Tageszeit abhängig.
  • In n (''topes''). Abgerechnet wird auf kostenpflichtigen Straßen bei der Durchfahrt durch Mautstellen in bar oder mit der IAVE-Karte. Letztere ist bargeldlos und rechnet die Mautgebühr direkt über die Kreditkarte ab. Die mautpflichtigen Straßen in Mexiko sind verhältnismäßig teuer, so dass die kostenfreien Abschnitte mit Lastwagen überfüllt sind. Die Mautstrecken lohnen sich vor allem wegen der Zeitersparnis.
  • In Namibia wird bei der Einreise eines nicht in Namibia registrierten Fahrzeuges eine fahrzeugabhängige Gebühr erhoben. Für in Namibia registrierte Fahrzeuge ist die Straßenbenutzungsgebühr durch die Kraftfahrzeugsteuer und Kraftstoffabgaben abgegolten.
  • In Peru ist die Panamericana für alle Fahrzeuge gebührenpflichtig.
  • In Sierra Leone befindet sich eine erste Straße mit Mautgebühr seit 2016 im Bau.
  • In Singapur ist die Einfahrt ins Stadtzentrum für alle Fahrzeuge gebührenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt über einen Transponder.
  • In Südafrika wird auf einigen Strecken wie z.?B. Tunnels, Teilstrecken auf Nationalstraßen und dem Chapman?s Peak Drive eine fahrzeugabhängige Maut erhoben.
  • In Südkorea gibt es ein dichtes Netz sehr gut ausgebauter Autobahnen (Expressways), diese sind gebührenpflichtig. Man zahlt pro Benutzung abhängig von der Strecke, abgerechnet wird beim Verlassen der Autobahn ? in bar oder elektronisch. Darüber hinaus wird für die Durchfahrt der drei Namsan-Tunnel in der Hauptstadt Seoul, die verschiedene Stadtviertel nördlich und südlich des Namsan-Berges verbinden, eine gesonderte Maut erhoben.
  • In Thailand sind die Expressways bzw. Motorways mautpflichtig. Ähnlich wie in Frankreich gibt es eine Streckenmaut mit Mautstellen.
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bisher lediglich in Dubai seit Juli 2007 bestimmte Strecken mautpflichtig, insbesondere Teile der Sheik Zayed Road. Hierbei werden die Fahrzeuge mittels RFID-Technik an bestimmten Punkten?? sogenannten Tollbridges ??seitens des Betreibers Salik erfasst.
  • In den ).
  • In Vietnam werden Mautgebühren an autobahnähnlichen Straßen (Expressways) an Mautstellen in bar oder mit Smart Card gezahlt.

Mautprellerei

Die ''Mautprellerei'' ist der juristische Ausdruck für das Befahren von Mautstraßen ohne Entrichtung der Maut. In Österreich handelt es sich gemäß §?20 Bundesstraßen-Mautgesetz um eine Verwaltungsübertretung, die mit einer Geldstrafe von 400 bis zu 4000 Euro bestraft wird.

Sonstiges

Das Mautsystem hat theoretische Informatiker angeregt, das Mautproblem zur Diskussion zu stellen. Dieses beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit aus den zwischen den Mautstellen einer Straße bestehenden Entfernungen Rückschlüsse auf alle Abstände der Mautstellen gezogen werden können.

Siehe auch

Literatur

  • Alexander Dambach: ''Verkehrspolitik auf deutscher und europäischer Ebene. Akteure, Verflechtungen, Handlungsspielräume ? dargestellt am Beispiel Straßenbenutzungsgebühren.'' Dissertation, Universität Heidelberg 2007. (Volltext online)
  • Patrick Gasch: ''Grenzen der Verwertbarkeit von Daten der elektronischen Mauterfassung zu präventiven und repressiven Zwecken.'' Duncker & Humblot Erscheinungsjahr 2012, ISBN 978-3-428-13642-1.
  • Michael Ramstetter: ''Die Straße gehört dem Volk. Internationale Investoren und Baukonzerne träumen nach wie vor von einer Privatisierung der deutschen Autobahnen. Der ADAC hält dagegen.'' In: ''ADAC motorwelt.'' , Heft 12/2005, S.?40.
  • Michael Rodi (Hrsg.): ''Fairer Preis für Mobilität. Straßenbenutzungsgebühren als Instrument zur Steuerung von Verkehrsströmen. 2. Greifswalder Forum Umwelt und Verkehr 2006.'' Lexxion, Berlin 2007, ISBN 978-3-939804-15-4. (= Schriftenreihe Umwelt ? Recht ? Gesellschaft; 4)
  • Sebastian Hartmann: ''Die Vereinbarkeit der sogenannten Pkw-Maut mit dem Recht der Europäischen Union.'' Ergon-Verlag Würzburg 2016, ISBN 978-3-95650-153-1.

Weblinks

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Einzelnachweise